Fußnagelkunde

Krankheiten an den Fußnägeln erkennen


Verfärbt oder verdickt:

Veränderte Fußnägel können Anzeichen einer Krankheit sein.

 

Viele Menschen nehmen ihre Zehennägel erst dann wahr, wenn diese Probleme bereiten. Ist ein Nagel brüchig oder wächst er ein, sollten Sie nicht abwarten. Im schlimmsten Fall dringen krank machende Keime durch kleinste Risse in Ihren Körper ein, oder Sie riskieren, den Nagel zu verlieren.

 

 

Eingewachsener Zehnagel

Eine flüchtige Berührung reicht aus, und ein höllischer Schmerz schießt in den Zeh. Bei einem eingewachsenen Fußnagel bohrt sich der Nagel seitlich in den Falz. Meist betrifft es die große Zehe. Das Hautgewebe rötet und entzündet sich. „Oft ist eine falsche Pediküre schuld“, sagt Professor Pietro Nenoff von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, „vor allem, wenn beim Kürzen der Nägel die Ecken zu tief eingeschnitten werden.“

 

Was Sie tun sollten: Nicht abwarten! Einen eingewachsenen Zehnagel kann man nicht „rauswachsen“ lassen. Häufig bildet er einen Dorn, der immer tiefer in das Fleisch wächst. Suchen Sie einen Hautarzt oder Fußspezialisten (Podologen) auf. Er desinfiziert die entzündete Stelle und entscheidet über die weitere Behandlung. Ein professionelles Herausschneiden des Nagels bringt Betroffenen schnell Erleichterung.

 

Doch bei vielen taucht das Problem nach einigen Wochen wieder auf. Manchmal hilft es schon, bequeme Schuhe zu tragen, die den Druck von den Zehen nehmen. Eine Nagelspange aus Metall, die der medizinische Fußpfleger (Podologe) für etwa 150 Euro anpasst, verhindert ein erneutes Einwachsen. Manchmal ist eine Operation sinnvoll: Dabei entfernt ein Chirurg unter örtlicher Betäubung ein Drittel des Nagels und des Nagelfalzes.

 

So beugen Sie vor:

Fußnägel möglichst gerade und nicht zu kurz abschneiden. Keine Schuhe tragen, die im Zehenbereich einengen.

 

 

Nagelpilz

Die Nagelplatte ist verdickt, gelb oder braun verfärbt. Sie bröckelt, hebt sich vom Nagelbett ab oder fällt teilweise ganz ab. Solche Veränderungen können auf Nagelpilz hinweisen. Ursache ist meist eine Ansteckung mit Fadenpilzen. Die Erreger lauern auf Handtüchern, Badematten oder auf Holz oder Fliesen.

 

Wer häufig schwimmen oder in die öffentliche Sauna geht und zu Schweißfüßen neigt, ist besonders gefährdet. „Manchmal stecken sich Familienmitglieder gegenseitig an“, weiß Nenoff. Krankheiten wie Diabetes oder mechanische Verletzungen, etwa durch Joggen in zu engen Schuhen, können eine Ansteckung begünstigen.

 

Was Sie tun sollten: Nagelpilz ist ansteckend, breitet sich weiter aus und muss behandelt werden. Für die Diagnose trägt der Arzt einen Teil des Nagels ab und schickt die Probe ein. „Immer mehr Labore weisen Erreger per Erbgut-Test nach, dann ist das Ergebnis innerhalb von 24 Stunden da. Ansonsten muss man sich drei Wochen gedulden“, sagt Nenoff.

 

Ist weniger als die Hälfte eines Nagels von den Erregern befallen, reicht es oft, mit pilzabtötendem Lack mit Amorolfin oder Ciclopirox zu behandeln. Bei stärkerem Befall verordnet der Hautarzt Tabletten mit Anti-Pilz-Wirkstoff, die man drei bis sechs Monate einnehmen muss.

 

So beugen Sie vor:

Füße nach jedem Waschen trocken tupfen. Badeschlappen regelmäßig mit Wasser und Seife reinigen. Zum Sandalenkauf eigene Socken mitbringen. Bei Schweißfüßen weiß der Apotheker Rat.

 

 

Nagelpsoriasis

Schuppenflechte auf Fußnägeln? Etwa die Hälfte der Patienten mit Schuppenflechte (Psoriasis) leiden auch unter veränderten Nägeln. „Die Entzündung kann auch nur an den Zehen auftreten“, sagt Nenoff.

 

Typische Zeichen: Der Nagel ist verhornt, gelb bis braun verfärbt. Dunkle Flecken scheinen durch. „Die Anzeichen ähneln einem Nagelpilz. Daher ist eine genaue Diagnose wichtig“, sagt der Experte.

 

Was Sie tun sollten: Unbedingt behandeln lassen. „Jede Wachstumsveränderung der Nägel ist schlecht – sie führt dazu, dass Bakterien durch kleinste Hautrisse eindringen können“, warnt Nenoff. Das hilft: Podologen tragen den Nagel durch Fräsen und Polieren bis auf eine dünne Keratinschicht ab. Lösungen, die auf den Nagel aufgetragen werden, desinfizieren oder dämmen die Entzündung ein. Neu sind Lacke mit Chitin und Kieselsäure, die die Nagelstruktur verbessern.

 

So beugen Sie vor:

Psoriasis-Patienten müssen Veränderungen an den Nägeln abklären lassen